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  Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld
Civilians On The Battlefield

Ein Dokumentarfilm von Teresina Moscatiello
Deutschland 2006, 86 min, fsk 12
 
 
 
 
Inhalt:
Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld erzählt parallel zu den Ereignissen im Irak die Geschichte von vier Deutschen, die als Kriegsstatisten für die US-Army im bayrischen Wald arbeiten. Dort bekommen sie für einige Wochen eine neue Identität als arabische Zivilisten, Scheichs oder Terroristen und simulieren auf deutschem Boden den Ernstfall. In einer Art „Kriegsspiel“ sollen hier die amerikanischen Soldaten auf die Umstände im Irak vorbereitet werden.
 
 
 
 
Die Protagonisten:
Bernhard - ist 31 und Lifecoach.
Als praktizierender Christ hat er aus moralischen Gründen Zivildienst geleistet und Schwerstbehinderte betreut. Bernhard lebt zurückgezogen mit seinem Hund Balduin auf einem Bauernhof im bayrischen Wald. Da er seine Rolle als Statist ernst nimmt, wird Bernhard regelmäßig für die Rollenspiele der US-Army angefragt.

Florian – ist 27, Student und Musiker.
Jeden ersten Mai reiht sich Florian in Berlin unter die Demonstranten. Er lebt in Berlin und liebt Musik. Sein innigster Wunsch ist eine neue Gitarre. Dafür arbeitet er als Kriegsstatist für die US-Army, mittlerweile zum vierten Mal.

Anja – ist 28 und wird zum zweiten Mal Mutter.
Bevor sie ihren Mann bei der Iraq Rotation (Kriegssimulation) kennenlernte, hat sie gegen die Aussenpolitik der USA demonstriert und alles Amerikanische abgelehnt. Seit Anja verheiratet ist, hat sich viel in ihrem Leben geändert. Mehr und mehr nimmt sie die amerikanische Lebensweise an.
 
 
 
 
John - ist 27, US-Soldat aus Texas.
In Deutschland stationiert, hat er Anja bei einer Militärübung kennengelernt, und ist stolzer Vater. Er liebt es, sich mit Anja über die Unterschiede der deutschen und amerikanischen Kultur zu streiten. John kommt aus einer sehr republikanisch geprägten Familie. Als Sergant trainiert er eine Infanterie - Einheit für den nächsten Einsatz im Nahen Osten.

Lena - ist 29, jüdisch-orthodox, und gebürtige Russin.
Sie legt viel Wert auf einen komfortablen Lebensstil und möchte nach Israel auswandern. Aus Überzeugung hat sie freiwillig in Israel die Grundausbildung in der Armee absolviert. In Deutschland hat sie mehrfach als Kriegsstatistin für die US-Army gearbeitet. Dort hat sie ihren jetzigen Mann Arturo kennen gelernt. Sie möchte, dass er in der Hierarchie der US-Army weiter aufsteigt, weiss aber dass er dafür an die Front muss.

Arturo - ist 28, ursprünglich aus Lateinamerika und US-Soldat.
Er ist Lena auf den ersten Blick bei einer Militärübung verfallen, und hat sie kurz danach geheiratet. Seit sieben Jahren ist er US-Soldat und wartet auf die Einberufung in den Irak. Lena hat ihn davon abgehalten sich freiwillig für den Einsatz zu melden.
 
 
 
 
Über Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld
Der Krieg im bayrischen Wald


Der Irakkrieg hatte schon begonnen als Teresina Moscatiello im Oktober 2003 zu Recherchen in den bayerischen Wald reiste. Aufmerksam geworden unter anderem durch eine Zeitungsanzeige nahm sie für vier Wochen an einer militärischen "Friedensübung" der US-Army teil. Dort war sie eine von vielen Statisten, die vier Wochen in eine neue Identität schlüpfen. In Interviews mit Soldaten und Mit-Statisten hat die Regisseurin Teresina Moscatiello verschiedene Menschen und deren Einzelschicksale sehr intensiv kennen gelernt: junge amerikanische GI's, bayrische Hausfrauen und Studenten. Die Regisseurin schaut sehr einfühlsam hinter die Klischees, den culture clash und das inszenierte Kriegstheater im tiefsten Bayern. Was motiviert diese Menschen? Was erwarten Sie? Brauchen Sie Geld? Rechtfertigt das ihre Mitwirkung an einem Manöver der US-Army? Wie sehen das die US-Soldaten, für die das Spiel bald bittere Realität werden kann?
 
 

 
 
 

 

 
 
Bilder: ©dffb 2007
 
 
© Sinafilm Produktion und Verleih GmbH